Der höchste Punkt der Reise – Zentralmexikanische Bergwelt

Paso de Cortes en bici

Geht auch mal ohne Nebel

Der höchste Punkt der Reise – Zentralmexikanische Bergwelt
Land
: Mexiko
Von Mexiko Stadt bis Córdoba
Draus gelernt: Was Master Google so alles für eine „Straße“ hält
Schönstes kleines Wunder: Freier Blick auf die Vulkane
Gesichtete Tiere: Esel, Pferde, Ziegen, Hunde, Schafe, Kühe, Schweine, Hühner, Schmetterlinge, Schlangen, Geckos
Geradelte Tage: 6
Geradelte Kilometer: 360
Durchschnittliche Kilometer pro Tag: 60
Insgesamt geradelte Kilometer: 29.047

Letzten Blog verpasst? Hier kommt er: Wenn kulinarische Träume wahr werden – Von Michoacán nach Mexiko Stadt
Blog in English: The highest point in five years – Cycling the Central Mexican mountains

Die Zeit in Mexiko Stadt vergeht viel zu schnell. Wir verbringen viel Zeit mit neuen und alten Freunden und lernen viele Reiseradler kennen. Dass es hier weder 28er Schwalbe Marathon Reifen, noch Ortlieb Taschen gibt, kann ich nicht verstehen. Der Radreisemarkt ist groß im Kommen.

Cycling on our own lane

Unsere eigene Radspur

Der Weg durch die Stadt ist einfacher als gedacht. Dennoch verbringen wir den ersten Tag damit vom Südwesten in den Südosten der Stadt zu radeln und erst am nächsten Tag nach gut 15 Kilometern haben wir die Stadt wirklich hinter uns. Begleitet werden wir heute von Kodiak, einem der neuen Freunde, der hauptberuflich Radreisen organisiert.

Kodiak the Mexican bike tour guide

Bierpäuschen mit unserem Freund Kodiak

Uns begleitet er allerdings nur „aus Spaß“. Von Xochimilco radeln wir erstmal 20 Kilometer bergauf. Gar nicht so leicht nach über drei Wochen Pause. Aber wir lassen uns Zeit und folgen Kodiaks Rat, ein Bierpäuschen zu machen.

Breakfast in Xochimilco

Kodiak kennt sich in Xochimilco aus und weiß wo wir ein besonders leckeres und günstiges Frühstück auftreiben können.

Kodiak verabschiedet sich kurz vorm Pass und wir radeln weiter. Den Rest des Tages geht es bergab und wir genießen die Fahrt durch die Dörfer, Felder und Wälder.

The volcano route!

Auf der Vulkan Route!

In Amecameca übernachten wir im überraschend sauberen 180 Pesos Zimmer. Die kleine Stadt liegt am Fuße der beiden Vulkane Iztaccíhuatl (inaktiv) und Popocatépetl (aktiv). Die Legende der beiden ist dramatisch, wie es sich für eine mexikanische Liebesgeschichte gehört.

Kodiak from Mexico City

Bis bald, Kodiak!

Die Prinzessin Iztaccihuatls und der Krieger Popocatépetl verlieben sich ineinander. Iztaccihuatls Vater verspricht Popocatépetl die Hand seiner Tochter, unter der Bedingung dass er für ihn in den Krieg nach Oaxaca ziehe. Während Popocatépetl seine Schlachten gewinnt, kehrt sein neidischer Rivale frühzeitig zurück und erzählt Itzaccihuatl, ihr Verlobter sei gefallen.

Iztaccihuatl and Popocatépetl seen from Amecameca

Links der Iztaccíhuatl und rechts der Popocatépetl

Iztaccihuatl erliegt ihrem Kummer und gebrochenem Herzen. Popocatepetl kehrt daraufhin aus dem Krieg zurück und sieht seine tote Verlobte. Er legt sie auf einen Berg und verbringt seither seine Tage vor Liebe schmachtend und vor Wut rauchend neben ihr.

Popocatépetl and Iztaccihuatl

Auf dem Gemälde sah das irgendwie besser aus. Die Wanderung den Hügel hinauf hat sich aber trotzdem gelohnt.

Hat doch ein bisschen was von Romeo und Julia, oder? An einem klaren Tag kann man die beiden schneebedeckten Bergspitzen sogar aus Mexiko Stadt sehen. Leider sehen wir nur Wolken.

On the Volcano route

Vulkan Route

Daher wollen wir dichter dran. Der „Paso de Cortés“ ist eine teils befestigte Straße, die zwischen den beiden Vulkanen hindurchführt. 25 Kilometer radeln wir heute. Allesamt bergauf. Es ist grün, kühl und neblig. Kiefern.

Tourist information in Amecameca

Klasse Hilfe von der Touristeninfo in Amecameca!

Bunte Blumen umgeben uns und nur selten treffen wir auf ein Auto. Die steilen Hänge sind mit einem langen strähnigen Gras bedeckt das in gelbgrünen Büscheln herunterhängt und mich an die Mähne von punkrockfreudigen Mitschülern aus meinem Abijahrgang erinnert.

cycling up the Paso de Cortes

Der Tag beginnt etwas neblig

Ab 3200 Metern Höhe werden wir beide langsam etwas kurzatmiger. Hier brechen wir unseren bisherigen Radelhöhenrekord aus Kirgisien.

Entering the National Park Iztaccíhuatl-Popocatépetl

Eingang zum Nationalpark Iztaccíhuatl-Popocatépetl

Little walk in the Parque Nacional Izta-Popo

Roberto and I went out for a little walk next morning

3175 Meter hoch war der Alabel Pass, den wir 2012 als naive Freizeitradreisende ohne Handschuhe, in Baumwoll-Shirts und mit löchrigen Schuhen hinaufgeradelt sind (Story dazu hier).

Puma territory at the Paso de Cortes, Mexico

Wenn das so ist, dann lassen wir die Pumas natürlich besser in Frieden.

Ich muss alle paar Kilometer eine kurze Verschnaufpause einlegen. Knapp fünf Kilometer vor dem Pass will ich am liebsten den Rest schieben, da hat Roberto die rettende Idee. Wir hören Musik!

Empty roads on the Paso de Cortes

Zumindest hatten wir die Straße die meiste Zeit für uns allein.

Pretty flowers

Ganz schön bunt da oben

Ganze 15 Lieder passen in unser Handy, allesamt sorgfältig ausgewählte Gute-Laune-Mitsing-Stücke. Ich gröle laut mit (hört mich ja keiner, und Roberto muss das als Ehemann eben aushalten können) und radle von hier ganz ohne Pausen den Rest des Berges hinauf.

View onto the volcanoes

Einer der seltenen Momente ganz ohne Nebel

Auf dem Pass erwartet uns das Informationszentrum mit Karten, Info zu Wanderwegen, Zeltmöglichkeiten und Bergsteigeaktivitäten, sowie Kaffee, Tee und Snickers.

The information Center at the Paso de Cortes (Pass of Cortes, Mexico)

Infocenter auf dem Paso de Cortes

Paso de Cortes by bike

Geschafft!

Auf 3690 Metern sinkt am frühen Abend die Temperatur schnell und als das Zelt steht und das Essen kocht, stehen wir keuchend im 5°C Niesel im Wald und futtern unser wohlverdientes Abendbrot.

Roberto cooks dinner outside in the cold

Abendessen

In der Nacht sinkt die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Zum Glück verbringen die Wasserflaschen die Nacht im Vorzelt. Immer wieder hören wir ein lautes, langes Donnern. Ob das kleine Schneelawinen in der Nähe sind oder die blubbernde Lava des „Popo“, da können wir nur spekulieren. Gewittergrollen ist es jedenfalls nicht.

Paso de Cortes at 3692 meters above the sea

Wir sind dann doch ziemlich stolz auf uns!

Früh sind wir wieder auf den Beinen. Vom kurzen Fußmarsch vom Zelt zum Infozentrum muss ich mich gleich drei Minuten lang sitzend erholen, wir sind einfach nicht an solche Höhen gewöhnt.

Cloudy view

Besser als im Nebelloch am Vortag würde der Blick nicht mehr werden

Wir verbringen den Morgen damit, den perfekten Moment abzuwarten, in dem die Wolken verschwinden und wir einen klaren Blick auf die Vulkane haben. Gegen Mittag geben wir auf.

Little walk through the National Park

Spaziergang im Nationalpark

Der Weg ist etwas holprig, aber mit dem Rad sehr gut machbar. Es geht bergab und bergab und immer weiter bergab. Wir genießen den ganzen Tag.

Tijuanense on the Paso de Cortes

Tijuanense auf dem Paso de Cortes

Im ersten kleinen Dorf entdecken wir eine Kirche, die anderswo wohl die größte Touristenattraktion wäre. Hier im Staat Puebla ist es nur eine von Vielen.

Red mountain flowers

Hat ein bisschen was von Flaschenputzerbürsten

Cycling el Paso de Cortes

Der Rückweg ist richtig schön grün und kein Stück neblig.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Cholula und etwas später Puebla. Wir übernachten bei Beto und seiner Frau Mariana. Beto hatten wir 2013 in Malaysien kennen gelernt.

Paso de Cortes

Eine kleine Pfütze mit einer ganz großen Spiegelung

Nachdem sie sich online über lange Zeit kannten, trafen sie sich nach Betos Rückkehr auch mal persönlich. Es dauerte nicht lange und die Hochzeit stand an. Die beiden haben ihre Flitterwochen auf dem Fahrrad in Kuba verbracht.

Paso de Cortes en bici

So ganz ohne Nebel ist es eine echt schöne Strecke

Green mossy plants

Was hier nicht alles wächst!

Als wir am nächsten Morgen aufwachen, ist der Himmel strahlend blau. Keine Wolke ist in Sicht und wir haben den besten Blick auf den Popo und den Izta. Beide sind schneebedeckt, was Ende August eher selten vorkommt.

Paso de Cortes by bike

Roberto auf dem Weg zurück ins Tal

Clear view to the Popocatépetl and Iztaccíhuatl from Puebla

Mein Geburtstagsgeschenk

Schade dass wir nicht heute dort oben sind. Es ist mein 30. Geburtstag und ich nehme den Blick als kleine Wiedergutmachung für die neblig-wolkigen Tage an. Bei Marianas Eltern gibt es Kuchen und Tequila und ich bekomme sogar ein Ständchen gesungen.

Annika's 30th birthday

Was für eine tolle Überraschung! Gracias Mariana!

Mariana's family

Sogar ein Ständchen singen mir Mariana und ihre Familie!

Wir lassen die Räder bei Beto und Mariana und fahren mit einer Mitfahrgelegenheit fürs Wochenende nach Oaxaca, um Alicia und Juan-Pablo zu besuchen. Die beiden sind alte Freunde, die übrigens unser Logo entworfen und designt haben. Nach ein paar Tagen geht es zurück nach Puebla.

Annika and Roberto in Puebla

Am frühen Abend …

Annika and Roberto in Puebla

… ein bisschen später …

Annika and Roberto in Puebla

… und am späten Abend!

Von einem Vorort radeln wir in den Nächsten. Es dauert eine Weile, bis wir aus dem Stadtdschungel Pueblas raus sind. Wir radeln auf immer kleineren Landstraßen und haben gegen Abend zwar fiesen Gegenwind, aber kaum noch Verkehr.

El Paso de Cortes

Nochmal der Paso de Cortes

Heute entdecken wir ein Motel für 100 Pesos! Das ist etwa so viel, wie wir in Südostasien für einen kleinen Bungalow gezahlt haben. Wir trauen unseren Augen kaum. Nichts wie hin.

There's many churches in Puebla

Fast jedes Dorf in Puebla hat mindestens eine wunderschöne Kirche.

Erst als wir schon im Zimmer stehen, wird uns erklärt, dass 100 Pesos uns nur für eine Stunde reichen. Für die ganze Nacht müssten wir schon 400 Pesos blechen.

Mexico offers a lot of very different eco systems

In Mexiko gibt es so viele verschiedene Ecosysteme!

Das ist uns eindeutig zu viel. 380? Keine Chance. Schlussendlich bietet man uns ein kleineres Zimmer für 250 Pesos an. Es ist nun schon fast dunkel und wir haben uns mental auf ein Bettchen vorbereitet, also schlagen wir ein.

Big church in the city center of Puebla

Die große Kirche im Zentrum von Puebla

Viel zu spät bemerken wir, wie man uns beschissen hat. Es gibt kein Fenster, kein Klopapier, keine Seife, keine Klobrille und keine Handtücher. Wasser kommt erst aus dem Hahn nachdem wir mehrmals darum bitten, dass es angestellt wird.

Filthy sink

Auf Wunsch können wir auch gerne das Klofoto mailen. Haben aber beschlossen es zunächst der Öffentlichkeit vorzuenthalten, um Brechreiz zu vermeiden. Daher könnt ihr hier das Waschbecken bewundern das wir nicht genutzt haben. .

Die Wände neben dem Bett sind speckig und im Klo schwimmt bräunliches Wasser mit einem Film drauf, man könnte meinen, es sei frischer Cappuchino-Pudding. Das Waschbecken ist so versifft, dass wir lieber unsere letzten paar Tropfen Trinkwasser zum Zähneputzen nehmen.

Cycling Mariachi

Radelnder Mariachi in Cholula

Wir setzen uns also lieber ins Motelrestaurant und trinken ein Bier, werden aber auch hier von der geizigen Besitzerin beim Preis übers Ohr gehauen. Als ich noch einmal kurz raus will, blockiert ein knutschendes Paar die Tür. Die werden heute wohl nur 100 Pesos zahlen.

cycling Puebla

In Cholula treffen wir auf Emanuel der uns den Radfreundlichsten Weg zu Mariana und Beto zeigt.

Wir schlafen in unseren Schlafsacklinern und ich bedecke das Kopfkissen mit der Außenseite meines Pullis. Bloß nichts anfassen. Am nächsten Morgen wollen wir die letzten 30 Pesos für unser überteuertes Bier und die paar Chips (die es sonst immer und überall gratis dazu gibt) zahlen. Ob die gute Dame denn nun mittlerweile unser Rückgeld klein habe?

Donkey cart in rural Puebla

Eselskutschen sind im ländlichen Puebla noch recht üblich.

Ja, natürlich. Dauert nur einen Moment. Die Frau Besitzerin verschwindet kurz und ignoriert uns von nun an. Zwanzig Minuten später dämmert uns endlich, dass sie weiterhin nichts klein hat und hofft, dass ein anderer Gast kommt, oder dass wir ihr einfach einen großen Schein geben und „stimmt so“ sagen. Wir kramen in allen Hosentaschen und Kleingeldfächern und kriegen die 30 Pesos auch so zusammen. Nichts wie weiter.

Cycling Puebla

Hübsche kleine Abkürzung

Am Ortsrand entdecken wir das andere Hotel, von dem der Pfirsichverkäufer am Vorabend gesprochen hatte. Die gute Frau Besitzerin hatte uns allerdings versichert, dass ihr Hotel das einzige im Umkreis von 20 Kilometern sei. Es ist in über drei Monaten unsere erste schlechte Erfahrung in einem Hotel in Mexiko und auch generell das erste Mal das wir beim Preis beschissen wurden.

Mexican typical landscape

Es  ist ganz still, nur der Wind rauscht u d die Bienen summen.

Der Gegenwind bleibt und wir kämpfen uns voran. Zu beiden Seiten arbeiten die Menschen auf den Feldern. Es werden viel Kohl und Mais angebaut. Die Esel helfen beim Schleppen, die Ochsen beim Pflügen, die Kinder beim Pflücken. Für einen Moment fühlen wir uns zwischen den Eselskarren wie in Usbekistan. Links prangt im Hintergrund der Pico de Orizaba durch die Wolken, das ist mit 5636 Metern der höchste Berg des Landes.

Google maps sends us along some switchbacks

Sieht nach Abenteuer aus?

Wir haben uns entschlossen, trotz all unserer schlechten Erfahrungen wieder einmal der google maps Route zu folgen. Sie ist viel kürzer und hat viel weniger Anstiege als die Autobahnroute im Norden oder die Landstraßenroute im Süden. Was kann schon schief gehen?

Nach einem langen und sehr holprigen Anstieg erreichen wir ein ausgetrocknetes Flussbett, das Meister google uns scheinbar als „Straße“ verkaufen will.

Following Master Google's advice and pushed the bikes through an empty river bed

Großartoge Arbeit, Meister Google.

Hier können wir doch nicht richtig sein? Doch, der kleine blaue Punkt liegt genau auf der Strecke, das ist unser Weg.

Wir fluchen, schieben, schwitzen, fluchen noch mehr und schleppen irgendwie die beiden Räder durchs felsige Flussbett. An Radeln ist nicht zu denken. An Schieben eigentlich auch nicht. Aber nach all den Strapazen will ich nicht mehr umdrehen. Wir parken die Räder und Roberto geht zu Fuß vor um den Weg auszukundschaften. Ich sehe mir noch einmal ganz genau unsere Route an.

Very confusing road

Auch die asphaltierte Strecke ist nicht ganz frei von Herausforderungen.

Es fehlen nur noch 8,9 Kilometer bis zur Landstraße. Roberto kommt zurück. Es sei fast geschafft, meint er, in einem guten Kilometer würden wir eine Schotterstraße erreichen und da ist auch schon der höchste Punkt.

Ich habe mittlerweile einen Punkt erreicht, in dem die Arme und Schultern vom Schieben unbrauchbar sind und in dem mir alles egal ist. Ich setze mich also aufs Rad und fahre ohne Rücksicht auf Verluste im kleinsten Gang mitten durch die Felslandschaft. Wofür hat man denn sonst 1.75 breite Reifen? Dass mein Alurahmen die Tour durchhält ist reine Glückssache glaube ich.

Bumpy ride through Puebla

Erst seit weniger als einem Jahr reisen wir mit einem Smartphone. Heute weiß ich gar nicht mehr, wie wir uns vorher mit Karten orientieren konnten, auf denen man nie 100%ig weiß, wo man gerade ist.

Die Landschaft ist traumhaft. Zwischen riesigen Agaven und Nopal Kakteen blühen kunterbunte Blumen. Wir werden von Schmetterlingen begleitet und musikalisch von summenden Bienen. Neben Mais und Kohl wird hier oben auch Kaffee angepflanzt.

Wir radeln ein paar wilde Serpentinen herunter in ein kleines Dorf, in dem gerade Schulschluss ist. Reiseradler kommen hier nicht so häufig durch. Als Dorfkind grüße ich alle Leute die ich sehe, was vor allen Dingen die Kinder umso mehr erstaunt.

Kissing bicycles

Während wir die Route genauer prüfen, kuscheln unsere Räder ein bisschen. Ohne Ständer lehnen wir sie oft einfach aneinander.

Eine letzte steile Auffahrt haben wir vor uns, dann erreichen wir die Landstraße. Irgendwo unterwegs haben wir auch den nächsten Bundestaat erreicht: wir sind nun in Veracruz. Auf der Landstraße brettern wir bergab. Es ist so steil, dass der bergabfahrende Verkehr in den Kurven immer innen fahren muss, auch wenn das bedeutet, dass wir in Linkskurven auf die linke Spur wechseln müssen.

What's that?Changing to the wrong side of the road in order to avoid accidents? Sounds about right.

Die Idee immer innen bergab zu fahreb, ist an sich ja gar nicht so schlecht. Aber es sieht doch ein bisschen verwirrend aus. Ich will mir gar nicht vorstellen was passiert wenn jemand ortsfremdes hier nachts leicht angetüdelt entlangfährt.

Ein paar wild auf die Straße gemalte Pfeile zeigen die richtige Fahrspur an. Das Ganze ist so verwirrend, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie dieses System Unfälle verhindert. Die weitere Strecke nach Orizaba ist meist flach oder es geht leicht bergab. Hier unten auf kaum über 1000 Metern ist es deutlich wärmer und wir fahren an Flüssen und sogar einem Wasserfall vorbei.

The ride down into Veracruz

Es geht dann doch ziemlich steil herunter

In Orizaba treffen wir auf Aaron, einen Radler auf dem Weg nach Hause. Er macht es sich spontan zur Aufgabe, uns eine Miniversion einer Stadttour per Fahrrad zu geben. Wir radeln also am Fluss entlang, durch die Altstadt, durch kleine Gassen bis hin zu einer Frischwasserquelle, um die herum ein öffentliches Freibad gebaut wurde. Großartig.

Aaron showed us around Orizaba

Aaron führt uns durch Orizaba

Aaron nimmt uns mit bis zur Autobahnauffahrt. Die Landstraße sei hier viel länger und hügeliger, sagt Aaron. Die letzten 18 Kilometer rauschen wir nur so voran, denn es ist flach und es gibt weder Ampeln noch Schlaglöcher, geparkte Autos oder Kreuzungen. In Null Komma Nix erreichen wir Córdoba, wo wir bei Priss übernachten. Ihr Bruder Alan, ein aktiver Warmshowerer, ist gerade in Arizona und hat uns an Priss vermittelt.

They installed a free public zoo, to male the zone around the river of Orizaba more popular

Die Gegend um den Fluss herum war lange Zeit etwas grau und trist, dann hat die Stadt einen gratis Zoo an den Flussufern entlang gebaut. heute ist dort gut was los.

Wir erreichen ihr Haus leider erst kurz nach dem großen Regen. In unserem eigenen Zimmerchen ruhen wir uns so richtig von den Strapazen des Tages aus. Von hier aus soll es nun weitergehen, hinunter auf Meereshöhe und von dort im Eilschritt nach Süden. Wenn wir doch bloß etwas mehr Zeit hätten!

Wie es weitergeht, dazu mehr im nächsten Blog:  Der heiße Süden Mexikos – Tabasco und Campeche mit dem Rad

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