Prometheus Höhle

Stalagtites and Stalagmites in a lake

Eine Tropfsteinwand in der Prometheus Höhle

Kutaissi, Georgien, Juni 2012

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Georgien ist vollgestopft mit Natur und Kultur. Alle paar Kilometer scheint ein Kloster zu stehen, unzählige Flüsse winden sich durch die grünen Hügel und von subtropischem zu alpinem Klima hat das Land viel zu bieten.

Georgien wird neu aufgebaut. Straßen werden repariert, neue hochmoderne Gebäude aufgezogen und Touristenattraktionen renoviert. Alle paar Tage gibt es irgendwo eine Eröffnung zu feiern.

A golden fountain and in the background a huge magazin saying: "Brand New Georgia"

Nagelneues Georgien hinter dem nagelneuen Brunnen

Ein neuer goldener Springbrunnen prangt mitten in einem Kreisel. Besonders modern ist das gläserne neue Parlament, das ein bisschen aussieht wie ein riesiger Wurm, der sich über einen Wassertropfen bewegt. Es wurde gerade eingeweiht, doch die Bauarbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen.

Dazu werden die alten Sehenswürdigkeiten immer wieder aufgepeppt. Besonders das 1106 erbaute Kloster Gelati mit seiner Akademie ist bei den Georgiern beliebt, denn hier liegt König David der Erbauer begraben.

Wir lernen außerdem die Kirche von Motsameta und die Sataplia Höhle im gleichnamigen Nationalpark kennen.

The parliament in Kutaissi made out of glass

Fast fertig – das neue gläserne Parlament in Kutaissi

In der Gegend um die Höhle wurden Dinosaurierspuren gefunden, die zu besichtigen sind. Vor Kurzem wurde auch ein gläserner Aussichtspunkt eröffnet, von dem aus die Besucher in die Aussicht auf den Nationalpark genießen können.

Wir haben viel Glück, denn im Sommer 2012 wurde die Prometheus Höhle fertiggestellt. Entdeckt wurde sie erst 1984 und seit der Renovierung werden eine Tour speziell für Amateurfotografen und eine Bootstour angeboten. Wie die Sataplia Höhle besteht auch die Prometheus Höhle, die ihren Namen von dem griechischen Titanen hat, aus einzelnen Korridoren und Sälen. Die Säle sind voller Stalaktiten, Stalakmiten und Stalagnaten, wir sehen sogar ganze Tropfsteinwände.

Different colors shining on the colums in the cave

Farbenspiele

Gemeinsam mit vielen anderen Besuchern aller Altersklassen buchen wir für 6 Lari (3 €) pro Person eine Führung und für weitere 7 Lari eine Bootstour. Die Führung wir von der kompetenten Karina geleitet, die sehr gut deutsch spricht und sich die Zeit nimmt, nur für uns die Tour zweisprachig zu begleiten.

Annika and Roberto sitting in the boat inside the cave

Mit dem Boot zurück unters Sonnenlicht

Wir betreten die 14°C kühle Höhle und staunen erst einmal nicht schlecht. Schon der erste Saal ist viel größer als andere Höhlen. 1400 Meter lang folgen wir dem gut gebauten Weg durch die 16 Säle Im zweiten Saal erschallt ruhige klassische Musik, die uns den ganzen Weg lang begleitet und uns in eine feierliche Stimmung bringt. Vorbei an versteinerten Wasserfällen, Tropfsteinwänden und einem Stein in Form einer Frau (die Liebeshöhle) dringen wir immer tiefer in die feuchte und kühle Höhle ein. Die Tropfsteine werden von Farben wechselnden Lampen bestrahlt und beeindrucken uns.

Inside Prometheus cave

Buntes Farbenspiel begleitet von klassischer Musik

Als krönender Abschluss kommt die Bootstour. Am Ufer des unterirdischen Flusses warten wir auf zwei grün beleuchtete Boote, die leise durch das schwarze Wasser gleiten. Wir betreten das zweite Boot und sind begeistert. Außer unseren eigenen Herzen können wir nur das leise plätschern des Paddels hören, während wir durch die dunkle Höhle gleiten. Ab und zu sind die Wände beleuchtet, doch der Großteil liegt in Finsternis. „Kopf!“ flüstert der Fahrer immer wieder und wir ducken uns unter der niedrigen Steindecke.

Ein Tropfstein wird mit Wassertropfen geformt

Jahrelanges Tropfen höhlt nicht immer den Stein

Als wir uns dem Ausgang nähren, müssen wir blinzeln, denn unsere Augen haben sich bereits an die Dunkelheit gewöhnt. Die Temperatur steigt schnell an, leichter Wind kommt auf, die helle Öffnung vor uns wird größer und ehe wir uns versehen paddeln wir wieder unter dem Sonnenlicht zwischen Pflanzen und Tieren hindurch.

 Ein gläserner Aussichtspunkt im Sataplia Nationalpark.

Wer Höhenangst hat, sollte hier besser nicht nach unten gucken.

Leaving the Prometheus cave by boat

Wir blinzeln in die ersten Sonnenstrahlen.

 

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  1. Rosmarie Schneider says:

    Hallo Annika,
    ich verfolge mit Interesse Euere Reise.
    Deine Mama hat mir davon erzählt- sie betreut meine Mutter in Kitzingen- und da ich selbst 2 unternehmungsfreudige Kinder habe, sie haben in Ecuador und Indien gearbeitet und gelebt kann ich nachvollziehen, dass es auch spannend und aufregend für eine Mutter sein kann wenn die Tochter die Welt kennenlernt. Euch wünsche ich alles Gute und viele schöne Erlebnisse.
    Viele Grüße aus Sommerhausen, Rosmarie

    • Tasting Travels Team Tasting Travels Team says:

      Hallo Rosemarie,
      wir freuen uns immer von anderen Weltenbummlern zu hören und sind jetzt schon ganz gespannt auf Ecuador und Indien. Wir freuen uns übrigens auch immer über Besuch in der Ferne 🙂
      Beste Grüße aus Yerevan,
      Annika

  2. Pingback: Prometheus cave - Tasting Travels | Tasting Travels

  3. Thomas Bernd says:

    Hallo Annika,

    ich habe gerade etwas von Dir über Deine Radreise in Georgien gelesen. Ich plane gerade für Aug./September dort mit dem Rad zu reisen. Prometheus ist irgendwie “mein Thema” – seit Jahrzehnten beschäftige ich mich mit griechischer Mythologie. Neben dem Kasbek kann die Karsthöhle interessant sein.
    Der Versuch, die Lage der Prometheus-Höhle über die Verlinkung im Text zu finden, führt mich ins Leere.

    Kannst Du mir bitte mitteilen, wo genau die Höhle zu finden ist? Das wäre sehr nett.
    Vielen Dank und schöne Grüße aus 37154 Northeim.

    Thomas

    • admin admin says:

      Hallo Thomas,
      ich freue mich über deinen Kommentar. Wir sind nicht mit dem Rad zur Höhle gefahren, sondern haben mit unserem Freund Archili einen tagesausflug mit dem Auto zur Höhle, einem Kloster und der Dinosaurier-Fußabdruckhöhle gemacht.
      Es war insgesamt eine Tour von über 100 Kilometer und auch Archili, der selbst in Kutaisi wohnt, hat sich 2x auf dem Weg verfahren. Ich erinnere mich nur, dass die Höhle nordwestlich der Stadt lag, aber ich bezweifle, dass wir sie so einfach allein gefunden hätten. In der Stadt gibt es aber ein Hostel (vielleicht auch mehr) und eine gute Touristeninformation (die liegt genau im Zentrum, im Kreisen wo sich die Rustaveli Avenue und die Zakharia Paliashvili treffen. Auf der Karte ist das hier: http://goo.gl/maps/wmbeW ) ich bin sicher, dass man dir dort weiterhelfen kann. Dort gibt es auch Kartenmaterial für weitere Teile des Landes. Fast alle Karten auch in Englischer Übersetzung.
      Schreib einfach wenn du weitere Fragen hast. Viele Grüße aus Laos,
      Annika

  4. Hey cooler Bericht. Wir wollen nächste Woche auch die Höhle besuchen. Wie lange hat denn die Führung gedauert?

    • Moin Daniel,
      ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht mehr. Vielleicht so etwa eine Stunde? Ist aber wirklich nur eine grobe Schätzug. Lasst und wissen, wie es euch gefallen hat! Viele Grüße aus Madrid,
      Annika

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